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Fastenzeit

geschrieben am 22. Februar 2012 16:54 von altwein
aktualisiert am 22. Februar 2012 16:56

Derzeit ist es wieder in aller Munde und die „Großen“ gehen mit gutem Beispiel voran: Christian Wulff verzichtet auf seinen Job als Bundespräsident, die Mineralölkonzerne verzichten darauf, die Benzinpreise auf ein Niveau anzupassen, dass dem Pendler nicht die Tränen in die Augen treibt und in regelmäßigen Abständen verzichten Arbeitnehmer darauf, zu arbeiten, um höhere Gehälter zu erwirken.

Nein, die Rede ist nicht vom Streik, sondern vom sogenannten „Fasten“.
Jeder der nun glaubt, dass obige Beispiele hinken, irrt! Denn Fasten ist nicht etwas, das von oben diktiert wird, obgleich viele Religionen das Fasten in einer fast (ha, welche lustiges Wortspiel) dogmatischen Weise von ihren Anhängern verlangt. Vielmehr ist Fasten ein freiwilliger Akt des Verzichtes, und er sollte nicht auf einem Dogma beruhen, sondern auf der Einsicht, dass Verzicht durchaus etwas Positives für die eigene Person darstellt. Und genau das tut es in den obigen Beispielen: Die Arbeitnehmer bekommen durch das Fasten mehr Gehalt, die Mineralölkonzerne mehr Einnahmen und Herr Wulff zieht seine Person aus der Schussliste zahlreicher sensationsgeiler Medien und Stammtischlaberer, die im Grunde genommen überhaupt nicht wissen, wovon sie sprechen, aber glücklich sind, dass die anderen sensationsgeilen Medien und Stammtischlaberer dies nicht mitbekommen.

Okay, die Vergleiche hinken doch ein wenig, denn die positiven Aspekte des Fastens sind andere. Sehen wir uns einmal an, was Wikipedia dazu zu sagen hat. Der Online-Enzyklopädie zufolge dient das Fasten den folgenden Zwecken:


Religiöse Praxis

Äh, ja. Wie war das mit dem Dogma? Es gibt also eine (oder mehrere) Religionen, die sagen, dass die Jünger zu fasten haben und diese tun das dann auch. Das kommt mir nun ein wenig vor wie die Lemminge, die ihrem Führer bedingungslos folgen – und wenn er in ein glühendes Becken mit Lava steigt, well, dann nichts wie hinterher. Der Zweck der religiösen Praxis scheint mir also nicht wirklich überzeugend zu sein, auf jeden Fall nicht, ohne diese Praxis zu hinterfragen (was man bei Religionen aber tunlichst vermeiden sollte).


Seelische Harmonie und Demut

Klingt zunächst einmal gut und erstrebenswert. Aber Harmonie kann man auch durch andere Dinge erreichen. Zum Beispiel durch einen schönen Orgasmus zusammen mit dem Partner oder der Partnerin (wahlweise auch vor einem Porno, den man im Internet heruntergeladen hat) oder dem Trinken diverser Tees, die für preiswertes Geld in jedem Bioladen vorhanden sind. Demut? Da sind wir schon wieder bei den Pornos. Einschlägiges BDSM-Material zeigt, wie man demütig ist, ohne zu fasten.


Förderung der Wahrnehmung und Aufmerksamkeit

Tja, was soll ich dazu sagen? Wenn man Kettenkiffer oder Konsument von Opiaten ist, und man unter Fasten den Verzicht auf die Rauschmittel versteht, dann mag dieser Zweck tatsächlich zutreffen. Im Normalfall ist die Aufmerksamkeit aber kaum eingeschränkt. Falls doch, so hat das meist psychische Gründe, zum Beispiel weil man gerade abgelenkt ist und versucht mit seinem Partner, seiner Partnerin oder bereits oben erwähnten Porno aus dem Internet einen Orgasmus und die damit verbundene Harmonie zu erreichen. In anderen Fällen des Abgelenktseins gibt es diverse Hilfsmittel, um die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit zu erhöhen, als da wären: Nikotin, Koffein, Kokain und natürlich die Zen-Meditation.


Erhöhung der Willenskraft

Das kann man so oder so sehen. Natürlich wird einem Fastenden nachgesagt, dass er erstaunlich willensstark ist, weil er das Fasten durchhält, obwohl ihm sein Körper sagt, was wirklich wichtig wäre: Iss endlich etwas! Die Frage ist nur, ob es sich dabei wirklich um Willenskraft handelt. Mein Wille bezieht sich schließlich immer auf etwas Bestimmtes. Beispielsweise will ich die 5 km in einer Bestzeit laufen. Also trainiere ich hart. Ja, ich quäle mich (Laufen), um ein Ziel (Bestzeit) zu erreichen. Das Fasten hat eine ganz andere Qualität: Ich quäle mich (Verzicht), um … ja, warum? Irgendwie bricht die Kausalkette da mitten drin für mich ab.


Erhöhung der Lebenserwartung

Sehr esoterisch. Wenn ich nichts esse, dann werde ich älter. Das widerspricht zwar dem allgemeinen Grundsatz des Lebens der da besagt „Wenn ich nichts esse, dann sterbe ich“, aber was soll’s?

Fakt ist, für mich bleibt das Fasten ein Rätsel. Gerade in Bezug auf das Heilfasten, das mir eine Kollegin vor einigen Jahren vorgestellt hat, lässt sich ein ganz bestimmter Gedankengang nur sehr schwer aus meinem Schädel verbannen: Kann es sein, dass man fastet, um Reue zu zeigen für die ganze Sünde, die man den Rest des Jahres über begangen hat?
Besagte Kollegin orderte beispielsweise jeden Tag eine Pizza oder Nudeln, trank Cola wie ein Pferd in der Wüste und sah auch dementsprechend aus. Einmal im Jahr fastete sie und freute sich, dass sie zwei Kilogramm abnahm – allerdings nur um diese sofort wieder draufzufuttern, wenn ihre Fastenzeit vorbei war.
Wäre es nicht einfacher, sich an buddhistischen Leitsätzen zu orientieren und während seines ganzen Lebens darauf zu achten, nicht maßlos Futter in den Futterschacht zu werfen?


Nahtoderfahrung mit eigener Chili

geschrieben am 19. Februar 2012 16:45 von altwein
aktualisiert am 19. Februar 2012 18:13

Nach Monaten der liebevollen Aufzucht war es heute endlich soweit: ich habe meine erste selbstgepflanzte Chilischote geerntet und in einer Bolognese-Soße verarbeitet.

Und was soll ich sagen? Ich weiß nicht, was ich im Herbst letzten Jahres für Höllensamen gekauft habe, aber diese Chilischote war wirklich höllisch scharf und hat mir fast eine Nahtoderfahrung beschert. Die ersten beiden Löffel (Soße mit Nudeln wohlgemerkt) schmeckten aromatisch. Dann, nach wenigen Sekunden kam eine leichte Schärfe durch. "Prima", dachte ich. Zu Testzwecken hatte ich die Soße sonst mit keinen anderen scharfen Gewürzen versetzt (sonst sind immer noch 1-2 Teelöffel Sambal Oelek drin). Doch dann, nach einem halben Teller, bemerkte ich plötzlich, dass sich auf meinem Kopf ein dichter Schweißfilm gebildet hatte. Und dann schlug die Schärfe erbarmungslos zu.

Echt Wahnsinn. Für so eine Schärfe braucht es sonst schon eine ganze Menge Cayenne-Pfeffer oder gekaufte Chilis.

Da ich im Frühjahr umziehe, überlege ich, ob ich ein paar Samen der Chilis aufhebe, das Zeug dann in meinem Garten anpflanze (den ich im Frühjahr endlich haben werde :-)) und dann getrocknetes Chilipulver herstelle. Vielleicht lässt sich das ja auch übers Internet vertickern - und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Andreas’ Chilipulver unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und verboten wird (und zu Höchstpreisen auf dem Schwarzmarkt erhältlich ist).

1 Kommentare (Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)

Valentinstag :-)

geschrieben am 14. Februar 2012 13:38 von altwein
aktualisiert am 14. Februar 2012 13:39

Frohen Valentinstag an all meine Leser



Ja, ich weiß, Valentinstag ist eine völlig sinnbefreite Kommerzverantsaltung, aber wer freut sich nicht, wenn er von seiner Liebsten oder seinem Liebsten - oder eben vom Betreiber seines Stammblogs - ein paar nette Grüße bekommt.

Genießt Euren Tag - und wenn ihr niemanden habt, dann einfach mal weg von der Grübelei, Schuhe anziehen, eine Runde spazieren oder joggen gehen und den Tag für sich allein genießen.



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